| Einleitung | |||
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Telefonieren ist kein Grundbedürfnis, obwohl die Werbung uns das gerne vermitteln möchte. Es handelt sich um angebotsinduzierte Innovation (Wolfgang König; Nutzungswandel, Technikgenese und Technikdiffusion, Berlin 1994). Der Zweck der Telefontechnik muß dem Menschen vermittelt werden. Der Mensch ist anpassungsfähig, doch es fragt sich, woran? Folgenabschätzung wie in der Atomtechnik wird man bei Telefonen wahrscheinlich nicht vornehmen. Telefone sind nicht so gefährlich wie Kernkraftwerke. Die Marktchancen sind für den Industriezweig existentiell. Die Bedeutung der Kommunikationsgeräte in einer von der Politik definierten Informationsgesellschaft ist nicht zu unterschätzen.
Telefonieren sollte dabei eine einfache Handlung bleiben, wenn jeder jeden in diesem z.Zt. noch größten technischen System akustisch live erreichen möchte. Wie das passiert, wird bestimmt vom Telefonsystem. Das analoge System ist in den letzten Jahren durch ein digitales ersetzt worden. Die Digitalisierung hat alle Medien erfaßt. Digitale Daten sind in der Form gleich und können auf denselben Leitungen übertragen werden. An den Netzwerkmittlungsstellen werden sie getrennt. An den Ein- und Ausgabegeräten werden sie wieder zu dem sinnlichen Erlebnis, das Inhalte und Emotionen transportiert. Die Schnittstellen verändern sich. Das digitale Telefon ist kein einfaches, starres elektrisches Schaltgerät mit Hörer, sondern ein Kleincomputer geworden, der für einen Zweck optimiert worden ist. Die Schnittstelle, das Interface, das bei dem Vorgang des Telefonierens dem Mensch von Seiten der Maschine zur Verfügung steht, möchte ich genauer betrachten. |
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Inhaltsverzeichnis
© Martin Storck - Telefonieren in digitalen Netzwerken - Diplomarbeit TU Berlin 1999